DONAU KOMÁROM KG.
Ungarn

UNGARN

Ungarn liegt mitten im Herzen Europas, im Karpatenbecken, das von den Karpaten, den Alpen und den südslawischen Bergen begrenzt wird. In der Landschaft lebten Menschen seit Anfang der Zivilisation, wo verschiedene Kulturen sich treffen konnten. Im I. Jahrtausend v. Ch. kamen Reitervölker iranischer Herkunft (Szythen) und andere indoeuropäische Stämme (Kelten, Illyrier und Thraker).

Das Karpatenbecken gehörte in der letzten Eroberungsperiode des Römischen Reiches zu der mediterranen, griechisch-römischen Zivilisation, wann Stadtzentren, bepflasterte Straßen und die ersten schriftlichen Quellen auftauchten. Durch die Völkerwanderung wurde aber dieser Prozess beendet.

Auf dem Lande erschienen Germanen und die Nomaden (Hunnen und Awaren). Das Römische Reich wurde vom Anfang des III. Jahrhunderts zur Defensive gedrängt und die Römer zogen sich gegen 430 wegen der Hunnen aus Pannonien zurück.

Der berühmte Hunne König Attila, regierte sein großes Reich mit kurzem Leben. Nach seinem Tod brach das Hunnische Reich zusammen und sein Territorium wurde unter den germanischen Stämmen verteilt. Die Hegemonie wurde durch die Awaren zerstört. Das bis zum Ende des VI. Jahrhunderts zustande gekommene Reich wurden durch die Feldzüge von Karl dem Großen (790) und durch die Bulgaren zerschlagen.

Als die ungarischen Stämme ins Karpatenbecken kamen, gehörte Transdanubien zum fränkischen Reich, die Tiefebene und Siebenbürgen standen unter bulgarischen Tributpflicht, der Norden gehörte zum Großmährischen Reich.

Ansiedlung der Magyaren und Stephan der Heilige (896-1038)

Nach den Wissenschaften ist der auf Jahrtausende zurückzuführende Ursprung der Magyaren noch nicht geklärt. Nach einer Auffassung ist es mit Hilfe der Sprachwissenschaft zu beweisen, dass sich die Urheimat der Magyaren in Asien im Ural befand und ihre ungarischen Stämme zur finnisch-ugrischen Sprachfamilie gehörten. Die Magyaren verließen dann die nordwestlichen Verwandten und im I. Jahrtausend v. Chr. sind sie schon im Südwesten des Urals, wo sie in der "ungarischen Urheimat" (Magna Hungaria, Baschkirien) ihre Viehe weideten. In einem Jahrtausend später schlossen sie sich an die Völkerwanderung an, und zogen auf die Steppen, die sich zwischen den ins Schwarze Meer mündenden Flüssen befanden (Levedien und Etelköz). Sie trafen wahrscheinlich schon früher auch türkische Völker, aber die Archäologieforschungen können diese Elemente nur auf diesen Gebieten aufweisen (aus dem türkischen Wort onogur stammt das Wort "hungar").

Nach den Wissenschaftlern kamen die Magyaren ins Karpatenbecken im VII. Jahrhundert durch die neuen Völkerwanderungen. Eins steht aber fest: die Magyaren kannten das Karpatenbecken ab Mitte der 800er Jahren, da die ungarischen Stämme entweder auf der Seite der Franken oder der Mähren für die Gebiete an den Kriegen teilnahmen. Dadurch konnten sie nicht nur die günstigen geographischen Gegebenheiten des Karpatenbeckens kennen lernen, sondern die Schwäche ihrer Gegner und auch die Machtverhältnisse, die alles dazu beitragen konnten, dass sie vor den Petschenegen fliehend nach einem sicheren Gebiet suchten. Sie suchten die neue Heimat und zusammen mit Frauen und Kindern wählten sie die Richtung Karpatenbecken.

Nach der Legende schlossen die sieben ungarischen Stämme einen "Blutvertrag" und sie wählten Árpád zum Fürst, der dann die große Aufgabe erfolgreich durchführte: die Führung der ungefähr halbe Millionen Magyaren ins Karpatenbecken zu führen.

Die Magyaren setzten in ihrer neuen Heimat die frühere Lebensweise fort: sie ergänzten die Weide mit Landbau, aber sie führten noch Jahrhunderte lang zahlreiche Raubzüge gegen die Völker Europas - ähnlich wie die Normanen und Wikinger, bis sie die erste Niederlage bei Augsburg (955) vom Heer des deutschen Kaisers Otto. I. erlitten.

Die Nachkommen von Árpád erkannten, dass es eine wichtige Voraussetzung ist die europäischen Muster zu übernehmen, wenn sie bestehen bleiben wollen. Das bedeuteten vor allem die Christianisierung und der Ausbau der Verwaltung. Der Urenkel von Árpád, Géza (972-997) ließ sich taufen, aber nach den Chroniken opferte er weiterhin den heidnischen Göttern. Seinen Sohn, Stephan erzog er wie ein Christlicher. Er lud die bekanntesten deutschen Missionare zum Lehren ein, deutsche Ritter lebten in seinem Hof und er heiratete die Schwester des Königs von Bayern, Giselle.

Er erreichte sein Ziel: sein Sohn Stephan I. (997-1038) setzte die Politik seines Vaters fort. Er baute einen starken, den westeuropäischen Staaten ähnlichen christlichen Staat im Karpatenbecken aus. Er verpflichtete den ganzen Staat die Doktrinen der Christianisierung einzuhalten. Er gründete neue Bistümer und Klöster, ließ Kirchen erbauen und errichtete Kirchenbezirke. Er holte Mönche, die nicht nur die neuen Lehre verbreiteten, sondern sie lehrten die ganze Bevölkerung des Landes Gartenbau, Weinbau und verschiedene Gewerbetätigkeiten. Sie begründeten und verbreiteten die Schriftlichkeit, die der Errichtung der straffen Verwaltung ermöglichte.

Stephan I. wurde im Jahre 1000 zum ersten König des ungarischen Reiches gekrönt. Zur Zeremonie bat er den Papst in Rom um die Krone. Dadurch wollte er seine Verpflichtung zur westlichen Christianisierung zum Ausdruck bringen. Die Stammesfürsten, die der neuen Religion und der Errichtung der Verwaltung widerstanden, wurden besiegt und sie verloren die Grundsitze und in diesen Gebieten wurden die neuen Komitate gegründet. Diese bilden heutzutage auch die Grundlage der Verwaltung Ungarns.

Der im Jahr 1083 heilig gesprochener Stephan baute einen modernen, christlichen europäischen Staat durch seine riesige Organisation auf, der schon im Leben des Königs genug stark war, sich der Hegemonie des Deutsch-Römischen Reiches zu widersetzen und die Feldzüge des Kaisers Konrad II.: zurückzuschlagen.

Das Haus Árpád nach dem König Stephan I. (1038-1301)

Unter den Nachkommen von Stephan versuchten Ladislaus I. (1077-1096) und Koloman I. (Kálmán) (1096-1116) durch strenge Gesetze die Eigentumsverhältnisse und christliche Werte zu regeln.

Unter den Nachkommen von Stephan versuchten (1077-1096) und (1096-1116) durch strenge Gesetze die Eigentumsverhältnisse und christliche Werte zu regeln.

Ende des XI. Jahrhunderts trat Ungarn, die mittel-europäische Macht im Osten und Süden als Eroberer auf. Die Feldzüge in den Gebieten des heutigen Galizien und der Ukraine führten nicht zum Erfolg, aber Kroatien anerkannte im Jahre 1091 die Hoheit des Hauses Árpád.

Während der Herrschaften von schwächeren Königen wurden die Grundbesitze des Königs verschenkt, was dem westeuropäischen Modell entsprechend zur Errichtung einer feudalen Gesellschaft führte. Aus diesem Grund war notwendig, eine Verfassung zu gründen, deren Grundurkunde die Goldene Bulle (1222) ist. Sie gab König Andreas II. aus, die die Historiker parallel mit dem Magna Charta aus dem Jahr 1215 erwähnen. Diese Urkunde sicherte den Feudalherren, den Baronen und den Kleinadligen ihre Privilegien, die dadurch u.a. das Recht zum bewaffneten Widerstand gegen den König hatten und die der König zum Landtag zusammenrufen konnte.

Die verhältnismäßig ruhige Entwicklung wurde durch die Mongolen (1241-1242) gebrochen. Sie verwüsteten das ganze Land, den König und seinen ganzen Hof bis zur Adria gejagt. Während des Angriffs der Mongolen ist ein Drittel der Bevölkerung ums Leben gekommen. Béla IV. (1235-1270) wurde mit Recht "zweiter Staatsgründer" genannt, da er das verwüstete Land wieder aufbauen sollte. Da wurden Burgen aus Stein mit festem Verteidigungssystem erbaut, auf die unbewohnten Gebiete lud er Ansiedler, und durch eine geduldige, harte Arbeit organisierte er das Landesleben.

Nach seinem Tod nutzten die Adeligen ihre neue Positionen aus, und das Streben nach Selbstständigkeit der Feudalherren gefährdete schon den Staat des Königs Stephans. Die Lage verschlechterte sich nach dem Sterben des letzten Nachkommens des Árpád-Hauses, weil dann der Kampf für die ungarische Krone seinen Anfang bekam.

Im Jahre 1301 ist das Árpáden-Haus erloschen. Unter den Rivalitäten europäischer Dynastien ist als Sieger das neapolitanisch-französische Anjou-Haus hervorgegangen und es hat die ungarische Krone bekommen. Die zwei ungarischen Könige aus dem Anjou-Haus: während der Herrschaft von den zwei ungarischen Königen Karl I. (Robert von Anjou) (1307-1342) und Ludwig der Große (1342-1382) hat Ungarn wieder seine Blütezeit erlebt. Karl I. ist es gelungen, durch seine gute Steuerpolitik, Münzenreform und durch die effizientere Ausnutzung der reichen ungarischen Bergwerke seine Macht zu befestigen. Er hat im Jahre 1335 die Könige von Böhmen und Polen eingeladen und an dem sog. "Visegrader Treffen" durch das politische und Handelsabkommen angeregt denersten mitteleuropäischen Bund ins Leben gerufen.

Die Herrschaft des zweiten Anjou-Königs ist vor allem durch seine Eroberungspolitik unvergesslich, die die bedeutende Stärkung des Landes widerspiegelt. Durch die Kriege des "Ritterkönigs" haben sich die südlichen Grenzen des Landes bis Bulgarien erstreckt, die neuen rumänischen Fürstentümer (Moldau und Walachei) Lehnseid abgelegt, und Venedig hat Dalmatien überlassen. Ungarn wurde zur mitteleuropäischen Weltmacht und es konnte diesen Status bis 1490, bis zum Tod des Königs Matthias beibehalten. Die kulturelle Aufschwung, die Gründung der ersten ungarischen Universität (Pécs, 1372) sind auch die Beweise dafür, dass Ungarn des Anjou-Hauses während der Krise in West-Europa seine Blütezeit lebte.

Der König Ludwig ist ohne einen Thronerben gestorben, und das Land kam erst nach einer langjährigen Anarchie wieder durch seinen Schwiegersohn, Sigismund von Luxemburg (1387-1437) zur festen Herrschaft, den die Baronliga nicht uneigennützig zur Erbschaft geholfen hat. Sigismund sollte für die Unterstützung der Magnaten mit einem bedeutenden Teil des königlichen Grundbesitzes zahlen. Ihm dauerte es jahrzehntelang, das Ansehen der zentralen Regierung wieder herzustellen. Die Konsolidation seiner Herrschaft wurde vor allem durch sein internationales Ansehen begründet. Im Jahre 1410 wurde er zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Er hat sehr viel für den Wiederaufbau des Friedens und der Einheit des Reiches getan, aber er schien der Gefahr der Türken machtlos zu sein, die die ungarische Geschichte in den nächsten drei Jahrhunderten markanter bestimmte.

Die osmanischen Truppen sind von der Richtung des Balkans durch das Marmarameer im Jahre 1354 in Europa ans Ufer gekommen und innerhalb von ein paar Jahrzehnten haben sie Serbien, Bosnien, Albanien, die rumänischen Fürsten unterjocht und sie sind unaufhaltsam in die Mitte Europas gedrungen. Der Kreuzzug von Sigismund hat auch eine Niederlage von den grauenhaften Eroberern im Jahre 1396 bei Nikapol erlitten. Die Türken haben schon direkt Ungarn bedroht.

Das Unterjochen des Landes hat János Hunyadi, der legendäre Heerführer verhindert. János Hunyadi stammte aus einer siebenbürgischen kleinadeligen Familie und dank seiner ausgezeichneten Fähigkeiten als Heerführer wurde er einer der größten Magnaten des Landes bis Ende seines Lebens. Von dem Einkommen seiner für seine Erfolge als Soldat erhaltenen Grundbesitze hat er Heere aufgestellt, in denen alle Völker des Balkans, denen die Türken gedroht haben, mitgekämpft haben. Die Schlacht bei Nándorfehérvár (Belgrád) im Jahre 1456 hat das ganze Europa gespannt erwartet und nach dem Sieg wurden in dem ganzen Kontinent Danksagungen gehalten. Durch seine Siegeszüge, die János Hunyadi, der "Türkenbezwinger" fast zwanzig Jahre geführt hat, wurde die Ausbreitung des Osmanischen Reiches um ein Jahrhundert verschoben.

Der legendäre Heerführer ist an der Spitze seines Triumphes, nach dem Sieg bei Nándorfehérvár an der in seinem Lager ausgebrochenen Pest gestorben. Die Familie hat noch ein ausgezeichnetes Talent der ungarischen Geschichte gegeben: seinen Sohn, Matthias Hunyadi (Corvin), der als zehnjähriges, dank dem Ansehen seines Vaters im Jahre 1458 zum König gewählt wurde und der einer der größten Herrscher des mittelalterlichen Ungarns wurde. Der König Matthias hat durch die festen Einnahmen, die ausgebildeten Beamten mit seiner persönlichen Kontrolle, das starke, zuverlässige Söldnerarmee ("Schwarzes Heer") eine starke, zentralisierte Monarchie zu Stande gebracht, an deren Spitze er Mähren, Schlesien, mit Wien zusammen einen bedeutenden Teil von Österreich erobert hat. Matthais der Gerechte aus den Volksmärchen hat einen der prunkvollsten Höfe der Renaissance des damaligen Europas in Buda und in dem an der Donau liegenden Visegrád mit einer wunderbaren Lage gehalten. Seine Bibliothek ("Corviniana") war eine der wichtigsten Sammlungen in Europa, er hat Künstler und Wissenschaftler eingeladen. Er hat gegen die Türken keine größeren Feldzüge geführt, er wollte nur den durch seinen Vater erreichten Status an der südlichen Grenze des Landes sichern. Er richtete seine Aufmerksamkeit eher in die Richtung Westen und Norden: sein dynastisches Ziel war ein starkes "Reich an der Donau" zu Stande zu bringen, das ein entsprechender Gegner dem Osmanischen Reich gegenüber hätte sein können.

Der Untergang des mittelalterlichen Ungarns und die Eroberung der Türken (1490-1526)

Matthias ist unerwartet, ohne einen Thronerben im Jahre 1940 gestorben. Die ihm folgenden unentschlossenen Herrscher aus dem Jagiello-Haus haben das Wohlwollen der Magnaten hemmungsloser gekauft. Die internationale Rolle Ungarns ist rasant gesunken, seine politische Stärke wurde erschüttert, die gesellschaftliche Entwicklung ist stecken geblieben. Die Eroberungen von Matthias (Mähren, Schlesien, ein Teil von Österreich) sind verloren gegangen.

Die ständigen Bürgerkriege und die Ungesetzlichkeiten der feudalen Anarchie haben schwere Last den Bauern gebracht. Ihre Verbitterung führte im Jahre 1514 zu einem Bauernkrieg, der in die Reihe der ostmittel-europäischen Bewegungen gehört, die von den Hussiten-Aufständen und bis zu dem deutschen Bauernkrig im Jahre 1525 reichten. Den von dem György Dózsa geführte Aufstand haben die Großgrundbesitzer blutig niedergeschlagen. Das Land befand sich in einem Zustand der völligen Zerteilung und der Uneinigkeit, als sich das Osmanische Reich seinen Höhepunkt erreicht auf einen neuen Feldzug gegen Europa vorbereitete und an der südlichen Grenze des Landes stand.

Zu dem befürchteten Ereignis kam es im Jahre 1526 in der Schlacht bei Mohács. Das türkische Heer mit 70-80 000 Soldaten, das der Sulejman I. der Große (1520-1566) persönlich geführt hat, ist am 29. August auf dem Schlachtfeld angekommen. Das ungarische Heer hatte es vergeblich dem dreifachen militärischen Übergewicht gegenüber versucht: innerhalb von anderthalb Stunden sind die Größten der Infanterie und der ungarischen Führer gestorben. Der ungarische König, Ludwig II. (1516-1526) ist auf der Flucht in dem angeschwollenen Bach Csele ertrunken. Der Sultan marschierte in zwei Wochen nach Buda, in die Hauptstadt des Landes ein.

Die stärkere Machtausübung der Habsburger hat die Ungarn schon im 17. Jahrhundert immer mehr dazu gezwungen, ihre Rechte und Interesse nicht nur gegen die Türken, sondern auch gegen die Habsburger zu verteidigen.

Die kaiserliche Willkür nach der Vertreibung der Türken löste daher einen, bis dahin nie dagewesenen Widerstand aus, der 1703 zu einem acht Jahre dauernden Freiheitskampf führte. Der Führer dieser Bewegung war Ferenc Rákóczi II., ein Spross der Fürsten aus Siebenbürgen. Er versuchte das ausgeblutete Land mit gesellschaftlichen Reformen und toleranter Religionspolitik wieder kampffähig zu machen.

Nach anfänglichen Erfolgen stürzte er jedoch und wurde gezwungen, mit seinen Getreuen ins Exil zu gehen. Der lange Freiheitskampf machte jedoch auch den Habsburger klar, dass das Streben nach der monolitischen Machtausübung für sie eben so aussichtslos ist, wie die völlige Unabhängigkeit für die Ungarn.

Die Gesetze von 1714 - 15 sicherten die verfassungsmässige Selbständigkeit Ungarns und die alten Privilegien des Adels.

Die relative Ruhe, die technische Entwicklung und die Agrarkonjunktur der nachfolgenden Jahrzehnten haben ausgereicht, die ungarische Obrigkeit zufrieden zu stellen, so dass sie bereit war das Habsburger Reich mit zu verteidigen, als Maria Theresia im Erbfolgekrieg Österreichs (1740-1748) Hilfe benötigte.

Maria Theresia und ihr Sohn, Joseph II. (1780-1790) gehörten zu den markantesten Vertretern des europäischen aufgeklärten Absolutismus. Sie wollten das Reich mit sachgemässerer Verwaltung, mit einer Wirtschaftspolitik, die auch auf wissenschaftlicher Entwicklung basiert und mit humanerer Gesellschaftspolitik - Joseph II. auch mit antklärikalen Maßnahmen - modernisieren und stärken.

Basierend auf solchen Überlegungen überging Maria Theresia ab 1760 das ungarische Parlament, sie gab ihre wirtschafts- und gesellschaftlichen Reformen durch Dekrete bekannt, so zum Beispiel über die Regelung der Belastung von Leibeigenen und über den öffentlichen Schulunterricht.

Der radikalere Joseph II. begann seine Herrschaft mit der Auflösung der Kloster und mit der Abschaffung der Aufsicht des Klerus über die Zensur. Durch seine berühmte "tolerante Maßahme" machte er möglich, daß die Verwaltungsstellen nicht mehr nur durch Katoliken besezt werden durften.

Diese Maßnahmen lösten Widerstand der katholischen Hierarchie aus und mit seinen Steuerreformplänen verstoß er gegen die uralten Privilegien des ungarischen Adels und bewirkte dadurch deren Gegenwehr. Sein Übergehen der ungarischen Verfassung und seine, bei der Einführung einer zentralistischen Verwaltung sowie Deutsch als einheitliche offizielle Amtssprache gezeigte Sturheit führte dazu, daß selbst seine treuesten Unterstützer, die ungarischen Reformer sich von ihm abgewandt haben.

Der vereinsamte Kaiser zog daher die meisten seiner Reformen im Sterbebett zurück.

Nach seinem Tod haben seine ehemaligen Vertrauten versucht im wieder einberufenen Reichstag aus seinem Programm wenigstens solche Beschlüsse zu retten, die man mit dem modernen, nationalen Bewußstsein in Einklang bringen konnte.

Die Ereignisse der französischen Revolution führten jedoch dazu, daß die Habsburger Dynastie ihre Bestrebungen nach weiterer Modernisierung aufgab und sich lediglich auf die Bewahrng ihrer aktuellen politischen Situation einrichtete.

Als Folge der Niederlage wurden fast 150 Menschen hingerichtet, Tausende wurden ins Gefängnis gesteckt und Ungarn verlor den eigenen Status. Ungarn wurde von dem bürokratischen Habsburger-Reich abhängig. Das Land blieb weiterhin von einem landwirtschaftlichen und hierarchischen Charakter geprägt. Die ungarische Politik, die sog. "passive Gegner" versuchten durch die Ablehnung von verschiedenen Beamtenpositionen das Funktionieren des Habsburger-Reiches zu verhindern.

Bis zur Mitte der 1860er Jahre war der Habsburger Reich durch die unerfolgreiche Kämpfe international isoliert und die Schatzkammer wurde auch ausgeschöpft, zur gleichen Zeit brachte der passive Widerstand für die Bürger existenzielle Probleme mit. Die Zeit zum Kompromiss war angekommen. Auf Initiative von Ferenc Deák, "dem Weisen der Heimat" begannen die Verhandlungen über den Ausgleich. Auf Grund des Ausgleichs wurde das österreichische Kaisertum in eine Österreichisch-Ungarische Monarchie überführt. Die zwei gleichberechtigten selbstständigen Staatsgebilde erhielten die Souveränität. Ihre Parlamente verabschiedeten selbst die Gesetze. Franz Joseph I. sanktionierte die Gesetze als Kaiser in Wien und als König in Budapest. Auswärtige und militärische Angelegenheiten wurden in gemeinsamen Ressorts entschieden, und es gab ebenso ein gemeinsames Finanzministerium. Der Ausgleich bedeutete sowohl für die Ungarn als auch für die Österreicher der Rückkehr zur Verfassung und zu den Reformen des Jahres 1848.

Das nächste fast halbe Jahrhundert brachte für Ungarn den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung sowie die politische Stabilität mit. Fast ein halbes Jahrhundert funktionierte das erste moderne parlamentarische Wahlsystem, mit beschränktem Wahlrecht im konservativen Rahmen. Es konnte immer weniger mit den Anforderungen der Gesellschaft Schritt halten und es konnte die Forderungen der Minderheiten nicht entsprechend erfüllen. Da die Minderheiten ihre Forderungen nicht durchsetzen konnten, versuchten sie das System zu zerstören. Sie hatten dazu die Chance, da die Gründung der Balkanstaaten auf die südslawische und rumänische Bevölkerung eine Wirkung ausübte, der unterdrückte Ruf nach Freiheit.

Die politische Krise um die Jahrhundertwende war wegen des steigenden Wohlstandes nicht zu bemerken, da diesen Wohlstand auch die Bürger außer dem Politikleben miterleben konnten. Das Ungarn der glücklichen Friedenszeiten wurde durch die industrielle Revolution aus einem Agrarland zu einem Agrar-Industrie-Land. Das Inlandsprodukt stieg auf das Dreifache, die Stadtbevölkerung wuchs von der Gesamtbevölkerung von 10 Prozent auf ein Drittel und das Land verfügte über eine moderne Infrastruktur und eine blühende bürgerliche Kultur. Budapest wurde ein Metropolis und im Jahre 1896 wurde eine Ausstellung zum Millenniums der Landnahme veranstaltet, wo auch diese Ereignisse dokumentiert wurden.

Die ersten drei Jahre nach dem II. Weltkrieg waren die Probezeit der Demokratie des Mehrparteiensystems in dem militärisch besetzten Ungarn. An den Wahlen im Jahre 1945 hat der Sieger, die Unabhängige Kleinwirtpartei, die Partei der Bürger und der Bauern auf Wunsch der Großmächte mit den Sozialdemokraten, der Nationalen Bauernpartei und mit den Kommunisten eine Koalition geschlossen. Die Kommunisten haben mit der Führung von Mátyás Rákosi die Unterstützung der sowjetischen Truppen hemmungslos ausgenutzt. Im nationalen Zusammenschluss hat die Koalition durch den Wiederaufbau große Erfolge erreicht und durch die Bodenreform ist der jahrhundert jähriger Traum der ungarischen Bauern in Erfüllung gegangen, aber schon damals haben die Verstaatlichung der privaten Unternehmen und die Einführung einiger Elemente der stalinistischen Wirtschaft begonnen. Bis sich das Land die Erschütterung des Kriegs erholt hat, haben die Kommunisten durch die Teilung ihrer Koalitionspartner, durch politische Erpressung und durch die Nutzung der von ihnen kontrollierten politischen Polizei, durch Wahlbetrug die Rivalen aufgerieben und im Jahre 1947-48 wurden sie die einzige politische Macht. Diesen Status garantierten ihnen der "Vertrag für lebenslange Freundschaft" mit der Sowjetunion und die stalinistische Verfassung aus dem Jahr 1949.

Die stalinistische Diktatur von Rákosi hat die Verstaatlichung zwischen 1948-1953 beendet und sie begann die Schwerindustrie in einem unsinnigen Tempo zu entwickeln. Sie hat die Bauern zur Produktablieferung gezwungen, dann wurden sie in Kolchosen geleitet und die Felder der Bauern wurden enteignet. Das System hat mehr Zehntausende "Gegner" auf dem Lande umgesiedelt oder zur Zwangsarbeit geschickt und in Schauprozessen mit falschen Anklagen wurden unschuldige Leute verurteilt. Nach dem Tod von Stalin (1953), während der Regierung von Imre Nagy hat der Terror nachgelassen und man hat angefangen, die Übergriffe aufzudecken. Die Bevölkerung des Landes konnte aufatmen, damit die allgemeine Erbitterung noch größer wird, wann die Rákosi-CliqueA zur politischen Macht zurückgekehrt ist.

Der XX. Kongress der Kommunistischen Partei der Sowjetunion im Februar 1956 hat das Ende der harten stalinistischen Zeit suggeriert. Als Wirkung des die Möglichkeiten der Demokratie zeigenden Ereignisses ist der Widerstand gegen das totalitäre System immer stärker geworden, der am 23. Oktober 1956 zur Revolution führte. An der Spitze der revolutionären Regierung stand Imre Nagy, der durch seine Reformen im Jahre 1953 im ganzen Land bekannt wurde. Das Mehrparteiensystem wurde wieder eingeführt, Ungarn ist aus dem Wahrschauer Pakt, dem militärischen Bund des östlichen Blocks ausgetreten. Die sowjetische Regierung hat aber nach erstem Zögern für den Eingriff entschieden und am 4. November wurde durch die Intervention die Revolution blutig niedergeschlagen. Das schockierte Land haben zweihundert Tausend Flüchtlinge verlassen. Während dessen ist die Zeit der neu organisierten Kommunistischen Partei angekommen, die als Marionette der Sowjeten funktionierte und an deren Spitze János Kádár stand. Diese Epoche war durch eine die bisherige übersteigende Vergeltung charakterisiert.

Die Revolution im Jahre 1956 hat es aber auch für die Kommunisten klar gemacht, dass man zu den Regierungsmethoden und den Zuständen der "fünfziger Jahre" nicht mehr zurückkehren kann. Es ist dessen zu danken, dass das neue Regime nach der Wiederherstellung der "Ordnung" seine Lage in den 1960er Jahren durch Amnestien und Reformen konsolidierte. Dadurch hat es für Ungarn die zweifelhafte Position "der lustigsten Baracke" unter den Ländern des sowjetischen Blocks erhalten. Neben der ruhigeren, langsamen Industrialisierung und Kollektivierung wurde die Produktion von Verbrauchergütern mehr in Betracht gezogen, was die im Jahre 1968 eingeführten Reformen, der sog. "neue Wirtschaftsmechanismus" durch die Genehmigung des größeren Freiraums der Privatunternehmen auch gefördert hat. Die Entwicklung des Lebensstandards hatte aber ihren Preis in der Politik: das Monopol der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei und die Beziehung zur Sowjetunion - also die beschränkte Souveränität des Landes - blieben weiterhin Tabus. Die flexible Zensur hat den Bereich der verbotenen geistlichen Produkte beschränkt und den Bereich der unterstützten und ertragenen geistlichen Produkte erweitert. Sie hat neben der strengen Kontrolle der "soften Diktatur" auch die westlichen Grenzen des Landes für die interessierenden Ausländer und für die Ungarn, die reisen wollten, geöffnet.

Obwohl diese Begünstigungen - besonders im Vergleich zu den anderen Nachbarländern - das durch rohe Gewalt an die Macht gelangte Kádár-Regime zu bestimmter Legitimierung gebracht hat, dessen Schranken in den 1980er Jahren zu sehen waren. Die Reformen waren zur Wirtschaftsentwicklung ungenügend, und deshalb konnte man den Schein des Prosperierens durch ausländische Kredite, durch die Verschuldung des Landes nur schwer aufrechterhalten. Der unausgesprochene Handel wurde mehr und mehr unbegründet: die Aufgabe der politischen Rechte für den materiellen Wohlstand. Nachdem Michail Gorbatschow in Moskau die Leitung der Kommunistischen Partei übernommen hatte, hat sich auch der äußere Druck gemildert.

Die achtziger Jahre haben eine Chance gegeben, das Verwaltungssystem und die Wirtschaft in einem kleinen Maße zu verändern. Einerseits hat sich die Wirtschaftslenkung, die auf der Planwirtschaft basierte, seit 1968 ständig gelockert, andererseits hat sich die sowjetische Außenpolitik gemildert. Während sich die Reformkommunisten genannte Gruppe innerhalb der Partei eine von oben geführte, vorsichtige Lockerung vorstellte, haben sich in der Außenpolitik Veränderungen vollzogen. Die von Mihail Gorbatschow geführte Sowjetunion hat Ende der achtziger Jahre eingesehen: das Land ist in Krise geraten und es konnte die mittelosteuropäische Macht nicht mehr beibehalten. Auf Grund der Veränderungen in der Außenpolitik haben sich die seit Jahren funktionierende Oppositionen zu Parteien organisiert und sie haben eine immer größere Öffentlichkeit bekommen.

Die Wende und das Mehrparteiensystem

In Ungarn wurde die Wende unter ruhigen Umständen durchgeführt. Während der Überganszeit hat die Regierung von Miklós Németh die Rolle übernommen: das Parlament hat im Jahre 1989 das Gesetz über das Recht zur Parteigründung verabschiedet, dann hat die Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei (MSZMP) im Februar das Mehrparteiensystem anerkannt. Im Mai hat man angefangen, die technische Schranke an der Grenze aufzuheben, während dessen sich die Suborganisationen der MSZMP - auch der Kommunistische Verband für Jugendliche - aufgelöst haben.

Die Oppositionen haben die Massenbewegungen in den Jahren 1988-89 der auflebenden Zivilgesellschaft gefördert. Das Ungarische Demokratische Forum (MDF) ist mit einem auf den nationalen Traditionen basierenden Programm aufgetreten und seit dem Herbst 1987 hat es öffentliche Diskussionen über die Lage des Landes organisiert. Die "demokratische Opposition", die seit den 1980er Jahren eine illegale Zeitung ausgegeben hat, den Bund der Freien (SZDSZ) gegründet. Im Vergleich zu dem SZDSZ hat sich das freie Organ der Studenten, der Bund der Jungdemokraten (FIDESZ) als liberal bestimmt. An der Wende von 1988-89 sind die Parteien aufgelebt, die in der demokratischen Periode nach dem II. Weltkrieg führend waren: die Unabhängige Kleinlandwirtpartei (FKGP), die Christlich Demokratische Volkspartei (KDNP) und die Sozialdemokratische Partei (SZDP). Die Rahmen der friedlichen Wende wurden auf den "dreiseitigen Verhandlungen" des durch die oben genannten Organisationen im Jahre 1989 gegründeten Rundtisches der Opposition, der Massenorganisationen und der Oberhäupter bestimmt. Die Vereinbarung über die konstitutionelle Rechtsstaatlichkeit wurde im Herbst 1989 unterzeichnet und zum Gesetz erhoben. Kurz danach wurde am 23.Oktober 1989 die Ungarische Republik ausgerufen und dadurch wurde der frühere offizielle Name des Landes (Ungarische Volksrepublik) geändert. Das war das Symbol der Wende, des Zurückgewinns der Souveränität des Landes, der Wechsel von der Planwirtschaft und des Einparteisystems zur Marktwirtschaft bzw. zum Mehrparteiensystem.

Die erste Regierungsgründung

Die Reformer der MSZMP haben zu diesen Prozessen beigetragen, aber sie haben sich nur in der letzten Phase entschlossen, das Einparteisystem aufzulösen und eine neue Partei mit anderen linksgerichteten Partnern unter dem Namen Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) mit einem sozialdemokratischen Programm zu gründen. An der Wende von 1989-90, als es in Ungarn die ersten freien Wahlen stattgefunden haben, gab es nicht nur zwischen den Sozialisten und der ihnen gegenüber im Großen und Ganzen einheitlich auftretenden Opposition eine politische Frontlinie: es gab eindeutig eine Gliederung zwischen den Rechts- und Linksgerichteten bzw. zwischen den Christlich Demokraten und den National Liberalen Sozialisten.

Nach den Wahlen im Jahre 1990 wurde die MDF die größte Partei und zusammen mit anderen zwei Parteien, mit der FKGP und der KDNP hat sie eine Koalition gebunden und der Parteivorsitzende der Siegerpartei, József Antall hat eine Regierung gebildet. Die Opposition bestand aus dem SZDSZ, dem FIDESZ und der MSZP. Die rechtsradikale Koalition, das einzige unter den mittelosteuropäischen Kabinetten nach der Wende, hat die vierjährige Wahlperiode durchgemacht. Der Präsident der Republik wurde Árpád Göncz, der früher wegen seiner Tätigkeit im Jahre 1956 zum Tode verurteilt wurde und dem das Parlament im Jahre 1995 wieder Vertrauen für fünf Jahre gestimmt hat. Im nächsten Sommer nach der Regierungsbildung haben die sowjetischen Truppen Ungarn verlassen.

Privatisation in der zweiten Periode

Am Ende der Wahlperiode, im Jahre 1994 wurde der Sieger der Wahlen die wieder zu Kräften gekommene MSZP. An der Koalition der Regierung, deren Präsident Gyula Horn wurde, hat die SZDSZ teilgenommen, der auf dem zweiten Platz an den Wahlen gelangte.

Außer der Schwierigkeiten der Wende sollten beide Regierungen auch damit rechnen und klar kommen, dass die Mehrheit der Gesellschaft mit einem reibungsloseren Übergang gerechnet. Die Arbeitslosigkeit, die durch den Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaft aufgetreten ist, konnte nicht so einfach gesenkt werden: durch das stockende Programm in der ersten Wahlperiode und dann durch das radikale Programm des Finanzministers, Lajos Bokros haben die Entwicklung der Wirtschaft und die Privatisierung angefangen, aber sie haben auch neue Probleme mitgebracht. Für den immer größeren Unterschied in der Gesellschaft, das Hervortreten der regionalen Unterschiede, die Stagnation des Lebensstandards war nicht jeder durch den erfolgreichen Ausbau der Rechtsstaatlichkeit und durch die spektakulären makrowirtschaftlichen Indikatoren des im März 1995 angekündigten Stabilisierungsprogramms entschädigt.

Öffnung in der Außenpolitik

Trotz der Schwankung der allgemeinen Stimmung haben die radikalen Gruppen die Stabilität der Innenpolitik nicht bedroht. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Parteien haben die Tätigkeit keiner der Regierungskoalitionen bedroht. Ein anderer Beweis der Stabilisierung des demokratischen, parlamentarischen Verwaltungssystems war, dass nach den Wahlen 1998 wieder die Opposition der früheren Wahlperiode die Regierung bilden konnte: diesmal mit der Leitung des Parteivorsitzenden der FIDESZ der Ungarischen Bürgerlichen Partei, Viktor Orbán und mit den Teilnahmen von FKGP und dem MDF. Seit dem 4. August 2000 ist Dr. Ferenc Mádl der Präsident der Ungarischen Republik.

Ungarn wird durch die Stabilität sowohl für die Investoren, als auch für die internationale Politik ein berechenbarer Partner. Der Kapitalzustrom vom Ausland hatte in großem Maße zu den Erfolgen der Privatisierung beigetragen, und die Besuche der Prominenten der Weltpolitik bzw. die Empfangsbereitschaft haben die Öffnung der ungarischen Außenpolitik erwidert. (Diese Öffnung begann schon während der letzten Regierung vor der Wende.)

Die Parteien, die in dem letzten Jahrzehnt miteinander auseinandergesetzt haben, haben in den Hauptzielen der Außenpolitik übereingestimmt. Demzufolge hat sich die Beziehung zu den Nachbarnländern in vieler Hinsicht verbessert, die Grundverträge und andererseits auch die Mitgliedschaft bei der regionalen Zusammenarbeit (CEFTA, Mitteleuropäische Initiative - CEI) fördern die Beziehungen. Es wurde auch Einverständnis über die Verbesserung der Lage der ungarischen Minderheit erklärt, in deren Interesse das Parlament im Sommer 2001 mit überwiegender Mehrheit das Vergünstigungsgesetz verabschiedet, das für die ungarische Minderheit Reise- und Arbeitserlaubnisvorteile sichert. Das Gesetz, wodurch die als Minderheit in den Nachbarstaaten lebenden Ungarn einen "ungarischen Ausweis" erhalten, führte mit den Nachbarstaaten und der Europäischen Union zu Spannungen und aus diesem Grund waren Gesetzesnovellen notwendig.

EU-Beitritt im Jahre 2004

Das Vorankommens des Bestrebens nach der europäischen Integration Ungarns zeigen die folgenden: Ungarn ist Mitglied des Europarates, der OECD, Beitrittskandidat der Europäischen Union; Ungarn war im Jahre 1994 Gastgeber der Europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit über die europäische Krisenbewältigung und -Intervention und es hatte die Präsidentschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa; Ungarn hat im Rahmen der Zusammenarbeit mit der NATO zu den Friedensprozessen nach dem Balkankrieg aktiv (IFOR) beigetragen. Auf Grund dessen hat Ungarn am 12. März 1999 dem NATO angeschlossen.

Die Europäische Kommission hat im Oktober 2002 den Bericht gebilligt, in dem der Beitritt von zehn neuen Staaten im Jahre 2004 offiziell verabschiedet wurde. Laut des Berichtes treten im Jahre 2004 Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien der Europäischen Union bei.